Verantwortung übernehmen für einen starken ÖV

Sehr geehrte Damen und Herren

Der Alltag der BLS wird derzeit geprägt durch die vom Bund erklärte «ausserordentliche Lage» und die damit verbundenen Einschränkungen für Mitarbeitende und Fahrgäste. Diese äusserst herausfordernde Situation darf jedoch den Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr nicht verzerren. Denn die BLS hat 2019 durch ihr Effizienzprogramm und den Einstieg in den Fernverkehr entscheidende Weichen gestellt, um den ÖV künftig weiter stärken zu können.

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185’000 Fahrgäste täglich

Jeden Tag vertrauen 185’000 Menschen darauf, dass sie mit der BLS sicher und pünktlich ihr Reiseziel erreichen. 67,7 Millionen Fahrgäste – so viele wie nie zuvor – haben uns im Jahr 2019 eine grosse Verantwortung übertragen. Wir sind stolz darauf, diese Verantwortung anzunehmen. Noch ist nicht abschätzbar, wie sich das Coronavirus langfristig auf die Attraktivität des ÖV auswirken wird. Wir gehen aber davon aus, dass der ÖV als Erfolgsmodell nicht infrage gestellt ist. Deshalb bereiten wir uns darauf vor, künftig mehr Fahrgäste zu transportieren und das erwartete ÖV-Wachstum mitzutragen.

Neue Angebote entwickeln

Diesbezüglich haben wir im Jahr 2019 den wichtigen Schritt gemacht, dass wir nach 15-jährigem Unterbruch wieder im Fernverkehr tätig sind. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember dürfen wir den InterRegio zwischen Bern und Biel/Bienne bedienen. Die Übernahme der Linie hat ohne Komplikationen geklappt – und dies trotz äusserst knapper Vorbereitungszeit. Möglich gemacht haben dies unsere Mitarbeitenden mit ihrem unermüdlichen Engagement. Im kommenden Dezember übernehmen wir eine weitere Fernverkehrslinie zwischen Bern und Olten. Mit unserem Angebot im Fernverkehr wollen wir künftig neue Impulse setzen.

Entscheidend ist dafür, dass wir auf unseren Fernverkehrslinien die volle Verantwortung für Ertrag, Qualität und Kosten tragen. Denn nur so können wir neue Angebote entwickeln, die allen ÖV-Fahrgästen zu Gute kommen. Nur so ist es möglich, das erwartete ÖV-Wachstum zu bewältigen, ohne dass die Kosten für die öffentliche Hand im selben Ausmass steigen.

Klarheit schaffen

Aber nicht nur unsere täglich 185’000 Fahrgäste vertrauen uns. Wir sind auch gegenüber dem Bund und den sieben Kantonen verpflichtet, in deren Auftrag wir unsere Leistungen erbringen. Deshalb bedauern wir sehr, dass wir in den vergangenen Jahren unsere Einnahmen zu tief budgetiert und so zu hohe Abgeltungen erhalten haben. Den vollständigen Betrag von 39,7 Millionen Franken erstatten wir dem Bund und den Kantonen zurück. Das Konzernergebnis für das Jahr 2018 wird entsprechend rückwirkend korrigiert. Dabei senken wir einerseits das per Anfang 2018 bilanzierte Eigenkapital um 31,4 Millionen und andererseits die für 2018 ausgewiesenen Abgeltungen um 8,2 Millionen Franken. Auf das Konzernergebnis 2019 haben diese rückwirkenden Korrekturen keinen Einfluss – für das vergangene Jahr können wir ein positives Ergebnis von 13,5 Millionen Franken ausweisen.

Wir sind uns unserer Verantwortung als Unternehmen im öffentlichen Sektor bewusst. Wir setzen nun alles daran, das Vertrauen wiederherzustellen. Wir arbeiten transparent mit dem Bundesamt für Verkehr und den betroffenen Kantonen zusammen, um den Sachverhalt aufzuklären. In einer externen Untersuchung analysieren wir nicht nur den vorliegenden Fall, sondern alle abgeltungsrelevanten Abläufe im Unternehmen. Damit wollen wir allfällige Fehler in den Prozessen vermeiden.

An Effizienz gewinnen

Das Effizienzprogramm, das wir im Jahr 2019 gestartet haben, treiben wir weiter voran. Dieses Effizienzprogramm ist ein wichtiger Schritt dazu, dass wir uns als Unternehmen weiterentwickeln und so den öffentlichen Verkehr künftig weiter stärken können. In die Erfolgsrechnung 2019 sind bereits Verbesserungen von 16 Millionen Franken eingeflossen, die wir vor allem durch wirksame Massnahmen im Einkauf erzielen konnten.

Dank an die Mitarbeitenden

Aber auch im Zentrum von effizienten Prozessen stehen Menschen, die Verantwortung übernehmen. Bei der BLS waren das Ende des Jahres 2019 insgesamt 3414 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir sind stolz darauf, dass unsere Mitarbeitenden die Weiterentwicklung unseres Unternehmens mitgestalten. Im Namen des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung danken wir allen Mitarbeitenden herzlich für ihren grosszügigen Einsatz.

 

Rudolf Stämpfli, Präsident des Verwaltungsrats

Bernard Guillelmon, CEO